Von der Produktion bis zum Recycling
Nachhaltigkeit ist zu einem Modebegriff geworden. Viele Firmen schmücken sich damit, um ihren Produkten ein grünes Image zu geben. Doch wichtiger als schöne Etiketten sind hier Inhalte. Nachhaltiges Unternehmertum zeichnet sich nicht dadurch aus, werbewirksam die Fahne zu schwenken, nur weil man den Müll trennt. Gerade produzierende Unternehmen können an verschiedenen Stellen ansetzen: bei der Materialwahl, der Konstruktion, den Produktionsabläufen und der Verwertung ihrer Verpackungen.
Für Unternehmen sollte Nachhaltigkeit bedeuten, ökologische, ökonomische und soziale Ziele gleichrangig zu verwirklichen. Ein wichtiges Kriterium sind dabei die Beziehungen zu den Menschen, die regelmäßig oder sogar täglich in Verbindung mit dem Unternehmen stehen: Entscheidender als ein schnelles Geschäft müssen vertrauensvolle Beziehungen zu den Kunden und Geschäftspartnern sein. Alle Inhalte der Unternehmenspolitik sollten auf nachhaltige Erträge und Wertsteigerungen ausgerichtet sein, wichtige Elemente müssen zum Beispiel Umweltaspekte sein.
Materialwahl mit Blick auf das Produkt
Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Wahl des Verpackungsmaterials. Kunststoff bietet Eigenschaften wie Haltbarkeit, Transparenz und vielseitige Verarbeitungsmöglichkeiten. Zugleich stellt Kunststoffmüll in Meeren, Flüssen und Seen eine Herausforderung dar.
Welches Material für eine Verpackung geeignet ist, hängt von ihrem Einsatz ab. Produktschutz, Hygiene, Transport und Handhabung stellen unterschiedliche Anforderungen. Papier und Karton bieten dabei vielfältige Möglichkeiten für die Verpackungsentwicklung. Ihre Fasern werden aus Holz oder aufbereitetem Altpapier gewonnen.
Karton im Recycling-Kreislauf
Kartonverpackungen können recycelt werden. Schon bei der Entwicklung lässt sich berücksichtigen, wie Materialwahl, Beschichtungen und die Verbindung einzelner Bestandteile die spätere Verwertung beeinflussen. So werden Herstellung, Nutzung und Entsorgung gemeinsam betrachtet.
Ganz und gar nachhaltig
Für die Firma plaine Naturkosmetik aus dem Allgäu entwickelten wir eine Verpackung für ein Shampoo. Die Firma aus dem Allgäu produziert veganes und glutenfreies Shampoo, das auf einem wasserfreien Konzept basiert: Pulver! Erst bei der Anwendung wird Wasser hinzugefügt, um das Shampoo aufzuschäumen. Wo Natur pur drin ist, muss natürlich auch Natur pur außen rum sein. Der Nachhaltigkeitsgedanke bestimmte dabei auch die Anforderungen an alle Lieferanten: Gefragt waren biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien und kurze Transportwege.
Die Sachets sind aus Papier und mit einem pflanzenbasierten Biopolymer beschichtet. Der Karton für die Umverpackung ist ein Frischfaserprodukt mit heller Rückseite und einer Grammatur von 300 g/m2. Verwendet wurde FSC-zertifizierter Karton. Für die Verpackungsherstellung wurden migrationsarme Farben, Dispersionslack und ein Standardleim verwendet.
Das Beispiel zeigt, wie Produktkonzept, Materialauswahl und Verarbeitung bei der Verpackungsentwicklung zusammenspielen.
Viele kleine, aber wichtige Details
Nachhaltigkeit beschäftigt uns nicht nur bei der Verpackungsentwicklung, sondern auch im Betrieb. Für die Kühlung unserer Anlagen nutzen wir Flusswasser aus der Murg über unser Sprinklerbecken. Unser Heizwerk wird mit Einweg-Holzpaletten befeuert. Seit Januar 2011 beziehen wir unseren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.


